Hier ein kleines Tut um die Trommbremse zu optimieren bei der außenliegenden Bremshebelmodellen.


Allgemein für Trommelbremsen gilt:
-Bowdenzug sollte sich immer frei bewegen können und gefettet sein
-Bremse so einstellen das sie auch bei wenig Zug greift bzw. reagiert
-Beläge immer mal wieder kurz anschleifen und mit Bremsenreiniger säubern, gleiches gilt für innere Radnabe
-Bremsnocken immer schön fetten (am Besten mit Kupferfett), bis zum Ritzel (Ritzel nicht fetten)
-Bremsbackenaufnahme fetten (die Metallstäbe)
-Bremshebel aus Metall (gibts für Oriaufnahme bei Zweirad-Schubert)
-Dickerer Bowdenzug, alle Teile die man benötigt gibt es dazu bei Louis, muss man nur etwas basteln können



Nun müssen wir den vorderen Bremsnocken abbauen und um 2mm oben kürzen:


2mm sind nun runter, natürlich müssen wir noch rundfeilen

Fertig:





Eingebauter Zustand (sieht nicht rund aus, ist aber 100% rund)


Man sieht das der Bremsnocken oben kürzer ist als unten.



Vergisst danach nicht die Bremse wie folgt zu zentrieren (dies gilt für ALLE Trommelbremsen):
Bremshebel durchdrücken, Vorderachse festziehen, Bremshebel loslassen, fertig

 

 

Erklärung durch einen Simson Bericht (1959 Carl Hertweck):
Jede Trommelbremse mit nur einem Nocken hat einen auflaufenden und einen ablaufenden Bremsbacken, wobei ersterer rund drei Viertel der eingeleiteten Handkraft in Bremskraft umsetzt und letzterer folglich nur ein Viertel. Allerdings muss man wissen, dass sich zuerst der Backen an die Bremstrommel anlegt, der von der Unterseite des Nockens bewegt wird. Hat sich dann dieser Backen angelegt, kann sich aber der Nocken nicht mehr weiterdrehen und der andere Backen wird so gut wie überhaupt nicht mehr an die Trommel gepresst. Und genau da liegt das Problem: Schaut man von der Kickstarterseite auf die Vorderradbremse, so dreht sich der Bremsnocken entgegen dem Uhrzeigersinn und somit wird der ablaufende Backen von der Nockenunterseite bewegt, d.h. der ablaufende Backen, der im Höchstfall ein Viertel Handkraft in Bremskraft umsetzt, legt sich an die Bremstrommel an und der auflaufende Backen (so gut wie) nicht, daher auch die mangelnde Bremswirkung. (Bei der Hinterradbremse ragt die Bremse genau von der anderen Seite in die Trommel, sodass dort der auflaufende Backen von der Nockenunterseite bewegt wird, weshalb die Hinterradbremse meist auch mächtig gewaltig bremst.) Um den Schaden zu beheben gibt es verschiedene Möglichkeiten: Man könnte z.B. warten, bis sich der ablaufende Backen so weit abgenutzt hat, dass der auflaufende Backen zum Tragen kommt. Das dauert allerdings ewig. Deshalb gibt es auch noch eine elegantere Lösung: Man feilt einfach von der Nockenseite, die den ablaufenden Backen bewegt (was bei der Simson-Vorderradbremse ja die Nockenunterseite ist), rund 1 bis 2 Millimeter ab und das Problem ist gelöst, d.h. die Bremswirkung verbessert sich. Den gleichen Effekt müsste man auch erreichen, wenn man bei verschlissenen Backen nur den Auflaufenden mit einer Zwischenlage versieht, sodass dieser die Bremstrommel zuerst erreicht. Mehr als 2 bis allerhöchstens 3 Millimeter sollte man aber nicht abfeilen.

 

Bremsbacken schlitzen mittels Metallsäge:
Damit der Bremsstaub besser abgetragen werden kann und nicht die Bremsbacken verklebt, kann man die Backen natürlich einsägen, dabei hat sich folgender Schnitt am Besten bewährt:

ZickZack-förmig

 

 

Interview zwischen mir und einem Forenuser:

User: Wozu abgedrehte Naben?
Eigentlich ist das eine rein optikverbessernde Prozedur, streng phsyikalisch jedoch ist das kontraproduktiv, da die Rillen auf der Bremsnabe für die Kühlung der Trommel dienen. Aber das bewegt sich in solchen Mikrobereichen, das wird einem nicht das Bein brechen.

Laut verschiedener Aussagen ist es sogar möglich das bei extrem häufigen Bremswechsel (wie z.B bei Rennen oder Bergfahrten) die Nabe so stark erhitzt wird, das der Kettenkasten anschmelzen kann.
Ich hatte nie Probleme damit und ich wohne in einer Großstadt mit vielen Kreuzungen, viel Verkehr, vielen Ampeln.

User: Ab wann muß man Naben ersetzen?
Wenn sie defekt sind!
Wenn sie bricht, wenn sie Risse hat, sobald etwas abplatzt.
EIGENTLICH muss man eine Nabe auch nicht wegsschmeissen wenn sie rein optisch im tadellosen ist, denn der Bremsbelag innen KANN von speziellen Firmen erneuert werden, das bewegt sich aber in solch hohen Summen preislich das wir einfach auf günstige gebrauchte DDR Teile oder neue Fabrikate ausweichen.

Ich erinnere mich an eine Nabe welche Harrrisse vorgewiesen hat, die man wirklich erst gesehen hat nach dem polieren, bzw. nach dem Abschleifen des Aluoxids auf der Nabe. Aus Neugier habe ich die Nabe außen solange abgedreht bis man mehr gesehen hat. Diese Nabe war Schrott, denn der Harrriss zog sich durchs ganze Material. Nicht auszudenken was aus dem "Harr"riss wird wenn die sich spreizenden Bremsbacken von innen auf die Nabe drücken und wieviel Bremskraft dadurch verloren geht. Außerdem ist bekannt das Gussteile eher spröde sind, schnell kann die Nabe komplett platzen und dann kann es ein schreckliches Ende nehmen!



User: Was bringt das Feinwuchten von Naben?
Darunter versteht man i.d.R das Ausdrehen der Nabe von innen. Diese ist bekanntlich nicht aus Aluguss, sondern aus einer speziellen Stahllegierung.

Dadurch verspricht man sich das homogene (gleichmäßige) Aufliegen der Bremsbacken auf dem Bremsmaterial in der Nabe und eine "rundlaufende" Bremse, bedeutet das EGAL wie rum die Bremsbacken zur Nabe stehen, IMMER die GLEICHE Bremskraft wirkt

User: Wie erkennst du als normaler Mensch ohne besondere Vorrichtungen oder Arbeiten eine defekte Nabe? Nicht jeder poliert seine Nabe:
Eigentlich gar nicht. Hätte ich ja sonst auch nie rausgefunden. Das geht schon eher Richtung Feintuning, ich will garnicht wissen wie viele mit einer eigentlich defekten Nabe unterwegs sind.
Normalerweise sollte das ja auch nicht so sein, da muss sich irgendwo beim Gießen der Fehlerteufel eingeschlichen haben, oder das Material wurde bei der Herstellung falsch behandelt und es kam aufgrund zu hoher thermischen Belastungen zu Rissen, anders kann ich es mir nicht vorstellen.
Unfallbedingt kann das natürlich auch passieren, danach sollte man jedoch sowieso alle Bauteile streng prüfen oder gegebenfalls ersetzen.

Wenn das Feinwuchten bzw. Ausdrehen der Bremstrommeln eine Bremsverbesserung bringt:Kann ich das dann als CNC-Fachmann auch machen?
Du brauchst keine CNC Kenntnisse für das Ausdrehen einer Nabe. Das kann dir jeder normale Hobby-Dreher machen. Die Emailadresse meines Fachmanns gebe ich gerne weiter.